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Es war ein Schock für sie. Langsam erst begreift sie. Sie denkt
erst,ich hätte sie getäuscht. Nein, ich war wirklich so. Aber
ich wollte nicht so sein. Ich musste mich doch immer durchsetzen. Ich
allein. Ich hatte keine älteren Brüder, die meine Feind verprügelten.
Ich bin Einzelkind. Ich brauche sehr viel Liebe und Geborgenheit. Jahrelang
hatte ich geglaubt ich wär schwul. Ein Irrtum,wie sich herausstellte.
Ich bekam keinen einzigen Orgasmus beim Poppen mit den Kerlen.Und ich
hatte 600 Nummern im Jahr,grob gerechnet. Solange ich mein Frausein nicht
erkannte,war ich verkrampft. Mein ganzer Körper. Schmerzen im Nacken
ohne Ende. Wer bin ich denn nun?
Vor meiner Liebsten war ich 11 Jahre mit einer Frau zusammen, in wilder
Ehe. Aber wir waren wie Bruder und Schwester. Ich will nicht,daß
es jetzt durch mein Coming Out wieder so wird.
Ich liebe meine Süsse,begehre sie,will sie ausschlürfen wie
eine geöffnete Auster.
Und ich möchte,daß sie mich ausschlürft.
Wird sie es tun,wenn ich operiert bin?
Sie tut es bei anderen Frauen gerne,aber wird sie es bei mir können?
Oder wird sie immer meinen Penis vermissen?
Ich will ihn nicht mehr.
Er ist sehr schön unf wohlgeformt,aber schon 45 Jahre alt.
Die nächsten 45 Jahre will ich als Frau durchs Leben gehen.
Mindestens. Mit ihr.Die meisten Männer wollen einfach nur mal ne
Transsexuelle poppen,wo sie sonst viel Geld für bezahlen müssten.
Wenn schon ein Mann,dann nur ein Transmann. Er weiss noch aus seinem früheren
Leben als Frau Dinge genauso wie ich die Transfrau aus meinem früheren
Leben als Mann. Die Sensibilität ist da ganz anders,und da beide
ja transsexuell sind,auch nach der OP,wissen sie voneinander sehr viel.
Sie hat mir jetzt gesagt,sie wird mich immer lieben,egal in welcher Form.
Sie habe sich nicht in einen Penis verliebt. Ich bin froh,glücklich,erleichtert.
Ich liebe sie,und sie liebt mich auch.
Seit 3 1/2 Jahren nehme ich jetzt Hormone. Die ersten bekam ich von einer
transsexuellen Freundin. Danach vom Frauenarzt probeweise,danach vom Hausarzt
oder meinen Vater. Er hilft mir sehr,mein Vater. Meine Mutter auch. Sie
sind toll. Zwei richtige Engelchen. Jetzt hat er einen Herzanfall bekommen,wegen
mir. Weil ich gesagt habe,daß ich mich operieren lasse.
Ich muss doch auch damit leben.
Ich muss da durch.
Es gibt keine andere Konsequenz.
Ich will es so.
Mein männliches Leben liegt hinter mir. Ich vermisse es nicht. Ich
fühle und denke als Frau. Nur die Liebe von Frau zu Frau fehlt mir.
Ich bin eine Frau.
Ich bin transsexuell .
Ich bin lesbisch.
Ich bin kein Mann mehr.
Irgendwann
Irgendwann ist es Zeit zu gehen.
Irgendwann ist es Zeit zu töten
Irgendwann ist es Zeit neu anzufangen.
Irgendwann
Und was ist mit dir?
Der Schmetterling
Es war einmal eine dicke fette hässliche Raupe.
Die raupte sich durch ihr Raupenleben,raubte so manchem den letzten Nerv,meistens
aber sich selbst.
Eines Tages war die dicke fette hässliche Raupe es leid. Sie wollte
keine dicke fette hässliche Raupe mehr sein,Sie wollte schlank,schön
und wohlgeformt sein. Dieser Wunsch wurde in ihr immer stärker und
stärker.
Eines Tages,an einem schönen sonnigen Sommertag passierte es dann.
Die Raupe platzte buchstäblich. Ihr Körper bekam lauter Risse,ging
in Stücke und dann lag die Raupe tot in der Gegend rum.
In der Mitte aber war etwas längliches,in das allmählich Leben
kam. Es entfaltete sich ein wunderschöner schlanker schön gezeichneter
Schmetterling.Zu Anfang noch leicht torkelnd,weil gerade zur Welt gekommen,erhob
er sich in die Lüfte und flog davon. Er besuchte viele schöne
Blüten und Gräser.
Die zerplatzte Hülle von der Raupe aber verdorrte in der Sonne zu
Staub. Der Wind wirbelte ihn schliesslich durch die ganze Welt. Manchmal
kreuzte so ein Raupen-Staubkorn den Weg des Schmetterlings.
Er aber wusste nicht,daß dies einst seine furchtbare Hülle
gewesen war. Er erfreute sich seines Lebens.
Er ist nie gestorben,er lebt immer noch
in uns allen.....
Symbiose
Der Adler ist gelandet,
der Adler ist schon tot
er hält eine Maus in den Krallen
die sind von Mausblut ganz rot
die Maus die weiss sich zu befrein
der Adler ist gelandet
fein
der Adler ist schon tot
die Maus die lebt und denkt sich:
was für ein Idiot..
Und nachts im hellen Mondenschein
sieht man den Geisteradler fliegen
am dunklen Himmel fliegt er,ganz allein
er wird die Maus nie mehr kriegen...
Unten die Maus huscht hin und her
und freut sich des Mäuselebens so sehr.
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Bereits im Alter von 6 Jahren,ich konnte damals schon lesen,las ich mit
Vorliebe Frauenzeitschriften. Meistens wenn ich mit meiner Mutter zur
Friseuse ging. Meine Knabenfrisur war schnell erledigt. Die geheimnisvolle
komplizierte Dauerwelle meiner Mutter hingegen tat ihrem Nameen alle Ehre
an: sie dauerte und dauerte....
und in dieser Zeit las ich mich durch Für Sie,Petra,Brigitte,die
Freundin,Bunte,Neue Revue und dergleichen mehr. Am meisten interessierten
mich Mode,Schmuck und natürlich Frisuren. Kochrezepte liebte ich
schon damals über alles.
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