Erfahrungen mit sich selbst...

 

Meta Morphose Teil 3


Kochen war selbstverständlich Frauensache. Deshalb wohl führte mich auch auch wohl meine Mutter in die Geheimnisse der Kochkunst ein. Wie eine Hexe ihrer Tochter die Magie beibringt,so brachte mir meine Mutter das Kochen bei. Wusste sie,die mich unter Schmerzen geboren hatte und mit der ich immer noch durch eine unsichtbare Nabelschnur verbunden war und bin,schon damals mehr als ich?
40 Jahre später sollte sie gar nicht so sehr überrascht sein,mein Vater übrigens auch nicht.
Als mein Vater mal versuchte, mir "Kochen" beizubringen,gab es prompt Ärger mit Mama. Papa wollte mir zeigen,wie man Karamelbonbons macht. Es gab eine Riesensauerei,Mamas beste Pfanne war verbrannt und Papa wurde als Kochlehrer von Mama abgesetzt. Nur sie war für meine Weiterbildung als Köchin zuständig. Sie zeigte mir wie man Suppen und Sossen macht, Frikadellen brät, einen Rehrücken spickt und Pudding macht. Sie brachte mir bei wie man Marmelade kocht ,Kompott und Säfte herstellt und in Flaschen und Einweckgläser füllt.
Mein Vater brachte mir bei wie man Pfeil und Bogen schnitzt und damit schiesst.
Mit meiner Mutter spielte ich Federball, heute neudeutsch Badminton geheissen.
Mit meinem Vater Crocket oder Minigolf.

Wenn Erntezeit war,gab es viel zu tun .Da unser "Garten" eher eine Art kleiner Hof war und alles hergab,mussten Äpfel,Birnen,Stachel-,Brom-,Him-, und Erdbeeren sowie Gurken,Tomaten,Kartoffeln,Erbsen,Bohnen,Möhren und vieles mehr geerntet und verarbeitet werden.
Es wurde viel gekocht und eingekocht,Säfte wurden in Flaschen gefüllt und riesige Megen Kartoffeln im Keller eingelagert. Wenn Apfelernte war, sagte ich dies der Lehrerin, es gab frei,alle liefen nach Hause um Eimer zu holen und kamen dann mit der Lehrerin zur Apfelernte zu uns. Meine Mutter machte Limonade,alles kletterte in die Apfelbäume und dann hörte man aus den Apfelbäumen ein Geschmatze und sah nur baumelnde Beine in kurzen Hosen. Die Toilette wurde viel besucht,die Kombination von Äpfeln,Sonne und eiskalter Limonade tat ihre durchschlagende Wirkung.
Sonst lag ich im Sommer im Garten in meinem Indianerzelt,las Perry Rhodan,Felix,und Fix und Foxi. Mit der Micky Maus verzog ich mich unter den grossen Gummibaum draussen am Küchenfenster,aus dem meine Mutter mir Speckbutterbrote herausreichte.
Es war meine schönste Zeit.

Einer meiner besten Freunde war ein ganz lieber,guter Junge. Er lud mich zu sich nach Hause ein. Sein Vater war ein ehrenwerter Zimmermann, die Mutter kümmerte sich um den Haushalt. Mein Freund hatte vier Schwestern. Wenn wir bei ihm ankamen,setzte er sich in die Ecke und spielte mit den Puppen seiner Schwestern. Er war glücklich dabei und lud mich ein,auch mit den Puppen zu spielen. Er fand das sehr schön. Ich fand es auch schön und doch war ich irritiert. Zog er auch die Kleider seiner Schwestern an? Es war seltsam.
Ich erzählte dies alles meinen Eltern. Diese schauten sehr besorgt und befanden dann,daß dies wohl nicht der richtige Umgang für mich sei. Ich akzeptierte das,ging nicht mehr zu ihm und las weiter in meinem "Gartenlaube"-Jahrbuch. Diese Geschichten für Frauen fand ich eh viel interessanter....


 


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