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Kochen war selbstverständlich Frauensache. Deshalb wohl führte
mich auch auch wohl meine Mutter in die Geheimnisse der Kochkunst ein.
Wie eine Hexe ihrer Tochter die Magie beibringt,so brachte mir meine Mutter
das Kochen bei. Wusste sie,die mich unter Schmerzen geboren hatte und
mit der ich immer noch durch eine unsichtbare Nabelschnur verbunden war
und bin,schon damals mehr als ich?
40 Jahre später sollte sie gar nicht so sehr überrascht sein,mein
Vater übrigens auch nicht.
Als mein Vater mal versuchte, mir "Kochen" beizubringen,gab
es prompt Ärger mit Mama. Papa wollte mir zeigen,wie man Karamelbonbons
macht. Es gab eine Riesensauerei,Mamas beste Pfanne war verbrannt und
Papa wurde als Kochlehrer von Mama abgesetzt. Nur sie war für meine
Weiterbildung als Köchin zuständig. Sie zeigte mir wie man Suppen
und Sossen macht, Frikadellen brät, einen Rehrücken spickt und
Pudding macht. Sie brachte mir bei wie man Marmelade kocht ,Kompott und
Säfte herstellt und in Flaschen und Einweckgläser füllt.
Mein Vater brachte mir bei wie man Pfeil und Bogen schnitzt und damit
schiesst.
Mit meiner Mutter spielte ich Federball, heute neudeutsch Badminton geheissen.
Mit meinem Vater Crocket oder Minigolf.
Wenn Erntezeit war,gab es viel zu tun .Da unser "Garten" eher
eine Art kleiner Hof war und alles hergab,mussten Äpfel,Birnen,Stachel-,Brom-,Him-,
und Erdbeeren sowie Gurken,Tomaten,Kartoffeln,Erbsen,Bohnen,Möhren
und vieles mehr geerntet und verarbeitet werden.
Es wurde viel gekocht und eingekocht,Säfte wurden in Flaschen gefüllt
und riesige Megen Kartoffeln im Keller eingelagert. Wenn Apfelernte war,
sagte ich dies der Lehrerin, es gab frei,alle liefen nach Hause um Eimer
zu holen und kamen dann mit der Lehrerin zur Apfelernte zu uns. Meine
Mutter machte Limonade,alles kletterte in die Apfelbäume und dann
hörte man aus den Apfelbäumen ein Geschmatze und sah nur baumelnde
Beine in kurzen Hosen. Die Toilette wurde viel besucht,die Kombination
von Äpfeln,Sonne und eiskalter Limonade tat ihre durchschlagende
Wirkung.
Sonst lag ich im Sommer im Garten in meinem Indianerzelt,las Perry Rhodan,Felix,und
Fix und Foxi. Mit der Micky Maus verzog ich mich unter den grossen Gummibaum
draussen am Küchenfenster,aus dem meine Mutter mir Speckbutterbrote
herausreichte.
Es war meine schönste Zeit.
Einer meiner besten Freunde war ein ganz lieber,guter Junge. Er lud mich
zu sich nach Hause ein. Sein Vater war ein ehrenwerter Zimmermann, die
Mutter kümmerte sich um den Haushalt. Mein Freund hatte vier Schwestern.
Wenn wir bei ihm ankamen,setzte er sich in die Ecke und spielte mit den
Puppen seiner Schwestern. Er war glücklich dabei und lud mich ein,auch
mit den Puppen zu spielen. Er fand das sehr schön. Ich fand es auch
schön und doch war ich irritiert. Zog er auch die Kleider seiner
Schwestern an? Es war seltsam.
Ich erzählte dies alles meinen Eltern. Diese schauten sehr besorgt
und befanden dann,daß dies wohl nicht der richtige Umgang für
mich sei. Ich akzeptierte das,ging nicht mehr zu ihm und las weiter in
meinem "Gartenlaube"-Jahrbuch. Diese Geschichten für Frauen
fand ich eh viel interessanter....
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