Robert ***********
15. Oktober 2004
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
heute möchte ich Sie über eine sehr persönliche Veränderung
meinerseits informieren.
Auch wenn Sie dem nachfolgenden Sachverhalt eventuell mit Unverständnis
gegenüberstehen, überrascht oder irritiert sind, so bitte ich
Sie, meine Entscheidung mit allen daraus resultierenden Konsequenzen zu
respektieren.
Der Konflikt, im biologisch konträren Geschlecht zu leben, hat mich
mein Leben lang belastet, so dass ich mich nun entschieden habe, mich
einer Angleichung an mein Identitätsgeschlecht (männlich) zu
unterziehen. Mit anderen Worten: Ich bin ein transidentischer (transsexueller)
Mensch. Auch wenn es für Außenstehende schwer nachvollziehbar
ist, so geht es hierbei lediglich um die physische Komplettierung meiner
subjektiv empfundenen Identität.
Zur Zeit befinde ich mich in der Gutachterphase für die juristische
Namensänderung sowie in medizinischer Betreuung (Hormonsubstitution
etc.). Das bedeutet u.a., dass sich in den kommenden Monaten mein Körper,
meine Stimme und meine Physiognomie verändern werden.
Für mich bedeutet diese Entscheidung eine unglaubliche Befreiung
von einem jahrelangen Leidensdruck.
Ich würde mich sehr freuen, wenn dieser neue persönliche Umstand
unsere gute Zusammenarbeit nicht beeinträchtigen würde und wir
uns in gewohnter Art und Weise begegnen könnten. Sofern Sie Fragen
haben, wenden Sie sich ruhig an mich.
Vielleicht können Sie sich schon bald an meinen neuen Namen gewöhnen
und diesen auch verwenden.
Es grüßt Sie herzlich
Robert Alexander *************
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