Hilfe - Stimmbruch!!! Teil 2Mein Weg zur tieferen Stimme |
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Von Carlo
Auf der Heilmittelverordnung des HNO-Arztes ist folgende Diagnose zu lesen: "kombinierte organisch - sekundär hyperfunktionelle Dysphonie, unangepasste er-höhte mittlere Spechstimmlage bei Transsexualität, Hyperf. + verkürzte THD in Stimmlagensenk. Mit tremoloart. Degliss. " - frage mich niemand, was das genau bedeutet. Als Therapieziel ist vermerkt: "Abbau der Hyperfunktion, Absenkung der mittleren Sprechstimmlage, Anpassung der Atmung" - das ist schon eher verständlich. Und meine Logopädin hatte auch gleich jede Menge Ideen, was man zur Erreichung des Therapieziels alles tun könnte. Als erstes bekam ich Grundregeln mit auf den Weg: 1. Bei Druck-, Kloß-, Engegefühl im Hals - nicht räuspern, sondern schlucken. Also möglichst immer etwas zum Trinken oder zum Lutschen griffbereit haben. 2. Nicht flüstern - das überanstrengt die Stimmlippen. 3. Aus dem Bauch heraus atmen. 4. Den Resonanzbereich vergrößern, d.h. gerade halten (also Brust raus - auch wenn wir das hassen). Dann erläuterte sie mir den Zusammenhang zwischen einer entspannten Muskulatur und der Stimmqualität. Ich war anfangs recht skeptisch, vertraute mich ihren Künsten aber an. So begann jede unserer Übungsstunden mit einer sehr ruhigen Phase der Entspannung mit Massagebestandteilen. Danach ging das Üben wirklich viel besser. Die Stimme wurde weicher und voller. Manchmal nutze ich dieses Wissen, wenn ich gestresst nach Hause komme und kaum noch einen ungequälten Ton herausbe-komme. Die Atemübungen nahmen einen sehr großen Teil der Zeit in Anspruch. Es dauert eine ganze Weile, bis man(n) auch unbewusst die Bauchatmung anwendet. Wer Chorsänger war oder ist, hat es da sicher leichter. Sehr wichtig war für mich, dass ich in einem "geschützten" Raum meine Stimme ausprobieren konnte. Sie änderte sich anfangs fast täglich. Nie wusste ich morgens, in welcher Tonlage ich am besten klar komme. Ich traute mich nicht mehr, laut zu sprechen. Diese Ängste wurden mir genommen. Jetzt - nach mittlerweile 12 Sitzungen - sind wir dabei, das kräftige Sprechen neu zu lernen (damit meine Tochter nicht immer für mich rufen muss - *grins*). Da auch der Stimmumfang zur Zeit sehr gering ist, wollen wir in den letzten Stunden auch dort noch etwas üben. Die Logopädin sagte mir, dass es sehr viele verschiedene Ansätze und Übungen gibt. Dadurch findet man für jeden Menschen, den man behandelt, garantiert auch etwas, woran er Spaß hat. Spaß an dieser Art von Behandlung ist sehr wichtig - sonst ist man ja gleich wieder verkrampft. Mit Hilfe der Logopädin habe ich den gröbsten Teil des Stimmbruches überstanden ohne am Beratungstelefon auszufallen. Und meine Stimme gefällt mir nach nur 5 Monaten "Testo" schon wunderbar. Die logopädische Unterstützung kann ich jedem von uns nur empfehlen. Vorsichts-halber sollte man sich aber vorher nach der Kostenübernahme durch die Krankenkasse erkundigen. |