Trans* und die lieben Verwandten... Nr. 3
Naja bei Verwandten hab ich anscheinend die total A-Karte gezogen. Aber
auch hier fange ich mal ganz von vorne an.
Zuallererst habe ich es meiner Mutter gesagt, damals war ich 15, also
mitten in der Pubertät, wo mir mein Problem ja auch erst mal so richtig
bewusst wurde! Ich sagte es ihr also knallhart und legte die Tatsachen
auf den Tisch, ihre Reaktion darauf: Du willst doch nur zu einem neuen
Arzt!
Diese Reaktion machte mich total fertig, so dass ich dann 1 Jahr gar nicht
mehr drüber redete und dies erst wieder tat, als ich mit meinem damaligen
Freund zusammen war und merkte zwar, dass ich ihn liebte, aber er nicht
mich so wie ich bin, ich liebte ihn als Mann, er mich als Frau, so kam
alles wieder hoch und ich redete wieder einmal mit meiner Mutter, dass
ich jetzt zu Pro Familia gehen würde, mit denen darüber sprechen
würde und mir einen Psychologen und Ansprechpartner geben lasse!
Mittlerweile gehe ich ein Jahr zum Psychologen und mit meiner Mutter rede
ich sehr selten darüber, es sei denn ich mache mal wieder einen Termin,
bei Prof. Dr. Meyenburg in Frankfurt/Main. Sie ignoriert dieses Thema
bzw. verdrängt es! Ich meine ich kann sie irgendwo auch verstehen,
da sind Gedanken wie, was denken die Leute, warum gerade mein Kind usw.!
Meinem Vater hab ich es erst vor einem knappen halben Jahr erzählt
und er meinte darauf, ich solle es mir überlegen, da ich als Mann
dann ja nun sehr klein wäre. Diese Reaktion empfand ich eigentlich
als sehr positiv, nur in unseren nächsten Gesprächen, stellte
sich heraus, dass ich nun doch immer seine Tochter bleibe!
Nur rein psychisch gesehen war ich des noch nie!
Am meisten Zoff hatte ich mit meinen Eltern als ich ihnen sagte, dass
ich Hormone nehmen wolle, war zu dem Zeitpunkt ja noch keine 18! Und sie
meinten, dass sie mir weder zur Hormonbehandlung, noch zur Namensänderung
eine Unterschrift geben würden! Daraufhin, war ich total fertig!
Sie sagten dann, dass wenn sie die Unterschrift geben würden und
ich es später bereue, ich sie mein Leben lang dafür verantwortlich
machen würde!
Dabei weiß ich, dass sich meine Einstellung niemals ändern
wird, auch wenn meine Eltern es noch so gerne hätten!
Noch am gleichen Tag wie meinem Vater habe ich es meiner Tante, meinem
Onkel und meinem Cousin gesagt, meine Tante meinte sie übernimmt
es, es meiner Cousine zu sagen, da diese ja erst 11 ist und es vielleicht
dann besser versteht, hmm... die Reaktion dieser Verwandten, ist schlecht
zu beurteilen, weil eigentlich von jedem nur ein aha kam, aber was soll´s,
besser als, das kannst du nicht machen!
Den einzigen meiner nahen Verwandtschaft denen ich es nicht gesagt habe,
sind meine 2 Omas und mein Opa, denn ich denke, sie sind einfach zu alt
um es zu verstehen! Für sie werde ich wohl auch immer ihre Enkelin
bleiben!
Manuel Sören
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