Genitalangleichung Dr. K.

 

Persönliche Aufschreibungen vom Klinikaufenthalt.


01.10.04

Voruntersuchung zur OP, ich wurde schon erwartet und alles was so organisiert,
das ich, überall sofort dran kam und somit keine Wartezeiten entstanden.
Ich wurde nochmals genau aufgeklärt und durfte dann meine Unterschrift leisten.

03.10.04

Aufnahme Tag auf Station 71. Ich wurde wie immer in dieser Klinik erwartet. Ich
bekam ein Einzelzimmer zugewiesen. Nach dem einräumen ging es auch gleich
los mit der Abführerei, doch zu meiner Überraschung bekam ich nicht die so viel
gerühmten Flaschen mit Sirup gereicht sondern, ein selbst gepanschtes Getränk.
Man konnte es sogar trinken, leicht salziger Orangengeschmack. Den Rest erwähne
ich dann nicht.
Dann kamen nur noch die Rasur und ein Durchgang in der Dusche.

04.10.04

Op-Tag. Nach dem Duschen ging es auch schon ab in den Op-Saal. Die Lagerung
und die ersten Dinge bekam ich dann noch mit.
Aufgewacht bin ich auf der Intensivstation, da wurde mir mitgeteilt das alles gut
Verlaufen ist.
Die Nacht war eine Katastrophe, habe leider zu spät Schmerzmittel bekommen.
Auch die ganze Schlaucharie hat mich sehr behindert und gestört. Wusste gar nicht
wo man überall Schläuche haben kann.

05.10.04

Endlich wurde ich von dem ganzen Krempel befreit und es ging ab auf Station.
Aber davon habe ich nicht viel mit bekommen. Auch war es jetzt kein
Einzelzimmer mehr.
06.10.04 -Typischer KH-Alltag, wobei ich sagen muss sie haben sich alle sehr rührend um
mich gekümmert. Gegen Nachmittag war es dann soweit, ich wurde aus dem Bett
geworfen und sollte das erste Mal wieder stehen und die ersten Schritte gehen.
Da dies klappte wurde mir eröffnet das ich ab sofort etwas zum essen bekommen
Würde. Süppchen und komische Breichen.

07.10.04

Da die Mobilisierung sehr gut klappte durfte ich selbständig auf die Toilette.
War aber nur von kurzer Dauer mit der Lauferei, denn ich und mein Bett wurden
Abgeholt. Erster Verbandswechsel. Der wurde unter Narkose durchgeführt.
Somit durfte ich den Rest des Tages nicht mehr aufstehen.

08.10.04

Das Essen geht langsam in feste Nahrung über, aber immer noch Schonkost und
sehr wenig. Das Laufen geht auch schon etwas besser, halt Schildkrötengang und
komisch lächerliche Haltung . Sitzen geht noch gar nicht. Die Infusionsarie hat
sich heute auch erledigt, es lief nichts mehr rein und ich wurde auf Tabletten
umgestellt.

09.10.04

erstes richtiges Frühstück. Ich wurde dann einen Stock tiefer geschickt, da der
nächste Verbandswechsel anstand. Heute bekam ich alles mit, keine schmerzen
nur ein klein wenig ein komisches Gefühl. Bisher war ja alles tot da unten und
nun das. Ich war total begeistert. Das da unten was zu spüren ist.

10.10.04

Langeweile

11.10.04

wieder Verbandswechsel, so der Stent ist raus und kommt auch nicht mehr rein.
Ab sofort heißt es Bougieren. Kam auch kein Verband mehr drauf.
Gar nicht so einfach.
Habe trotzdem versucht den Stent einzuführen, was ohne Probleme ging. Aber
Er blieb nicht drin.

12.10.04

Ab heute geht es auch los mit den Sitzbädern. Alle zwei Stunden bougieren
geht schon sehr gut.
Dr. Klotz musste ich heute bei der Untersuchung zeigen wie ich bougiere.
Ich mache mal was richtig. Da sagte er mir, das wenn es so weiter geht das ich
eventuell am Wochenende nach hause darf.

13.10.04

Der erste Katheter wurde gezogen, somit hatte ich nur noch den Bauchkatheter
drin. Von Gefühl her meinte ich, das alles dich und geschwollen ist. Auch fühlt sich
heute alles taub an. Soll aber normal sein. Na ich weiß nicht.

14.10.04

So der Bauchkatheter ist dicht. Viel trinken hieß es, damit sich ein Druck aufbaut.
Hatte die ganze Zeit Angst dass es in die Hose geht. Als ich das Gefühl hatte, ich
müsste bin ich nach unten um die Uroflowmessung machen zu lassen.
War das komisch das erste Mal, aber total Schmerzfrei. Auch die Menge passte.
Restinhalt in der Blase war auch Ok. Aber das Volumen darf ich nun wieder
trainieren. Ich hatte meine Unabhängigkeit wieder.
Kein Schlauch und sonstiges mehr an mir.

15.10.04

Nach der Untersuchung wurde mir freigestellt ob ich heute oder morgen gehen
möchte. Da soweit alles in Ordnung ist. Natürlich ging ich heute.


Schlusswort:

Also das Ärzteteam um Dr. K. ist einfach nur Spitze. Nie gab es etwas was,
was den Anschein erwecken könnte das ich nie eine richtige Frau gewesen wäre.
Über das Pflegepersonal sage ich mal so, einfach rührend wie sich um mich
kümmerten. Auch die Gespräche mit ihnen waren sehr schön da sie nie mit dem
Thema zu tun hatten. Sondern ganz normal als wäre es nie anders gewesen.

Zu Dr. K. selber, einfach ein sehr guter Mediziner der sich sehr viel Zeit für
seine Patienten nimmt. Menschlich eine Wucht. Ich könnte hier unendlich so
weiter machen. Ich würde mich sofort wieder in seine Hände begeben.

 

Op-Berichte:

Bericht 1 von 05.10.04

Bei Frau x besteht eine Geschlechtsidentitätsstörung (MzF). Die Gutachterlage ist eindeutig. Die Kostenübernahme der Krankenkasse liegt vor. Die Patientin ist seit längerem hier bekannt und war bereits ambulant vorstellig. Nach der ausführlichen Aufklärung und Vorbereitung Entschluss zur Geschlechtsangleichenden Operation.

Allgemeinanästhesie, Steinschnittlagerung, flexible Beinhalter. Perioperative Antibiose, mehrmalige Lagerungskontrolle, steriles Abdecken und Hautdesinfektion in typischer Weise. In Bereich des Penis relativ kurze Vorhaut, sehr kleines Genital.

Steriles Abdecken und Hautdesinfektion in typischer Weise, mehrmalige Lagerungskontrolle.

Nun Spreizen der Vorhaut. Einlage des transurethalen Katheters, Spülen der Blase, Urin klar. Auffüllen der Blase mit 400ml. Anlage einer suprapubischen Harnableitung. Problemlos. Urin klar.

Nun medianer Schnitt im Bereich des Dammes entlang der Raphe . Subtile Präparation der Subcutis, Darstellen der Samenstränge, hohe Präparation bis zum Leistenring, Absetzen, doppelte Durchstichligatur, beidseits. Einsendung zur histo-pathologischen Untersuchung.
Nun Mobilisation des Unterbauchfettgewebes, Schaffen einer Verschiebeschicht oberhalb der Faszie, die gelingt problemlos.

Nun subtile Präparation des Penishautschlauches, Abpräparation vom Corpus cavernosum, Hautdurchblutung zu jeder Zeit gut intakt. Von Seiten der Vorhautlänge bestehen grenzwertige Verhältnisse, zumal eine Phimose vorliegt. Versuch möglichst viel Vorhaut zu schonen, damit die Auskleidung der Neovagina optimal gelingt.

Weiter Präparation der Schwellkörper, Darstellen der Schwellkörperansatzbereiche im Bereich der Sitzbeine, Präparation der Harnröhre, Separieren der Harnröhre mit Musculus bulbus spongiosus vom Schwellkörper.

Nun Absetzen der Schwelkörper an den Schambeinästen, die gelingt problemlos, Durchstichligatur

Dann weiter Abpräparation der Harnröhre. Absetzen der Harnröhre problemlos. Die Harnröhre wird zuerst lang gelassen.

Weiter Darstellung des Schwellkörpers, Abpräparation des Gefäßnervenbündels mit anhaftender Tunica, Resektion der gesamten Corpora cavernosa, Einsendung zur hist-pathologischen Untersuchung. Glans zu jeder Zeit optimal durchblutet. Das Gefäßnervenbündel ist sicher erhalten. Nun Präparation und Modelage der Glans, Modelage einer Neoklitoris von ca. 1,5x1,5 cm. Saubere Durchblutung.
Problemlos

Weiter Mobilisation der Harnröhre, nun Durchtrennen des Centrum tendineums, Blutstillung.

Nun wie bei der perinealen Prostatektomie weiter Präparation des prärektalen Raumes, Schafen einer Neovaginahöhle, die Präparation gelingt gut, Anlage des Raumes mit einer Tiefe von ca.14-15 cm.

Mehrmalige Kontrolle des Rektums, Gegenkontrolle, Rektum sicher unverletzt.

Dehnen, Umstülpen, Blutstillung. Aussprühen des Raumes der Neovagina mit Fibrinkleber, tiefe Annähte Vicryl rapid1/0 der Penishaut. Dies gelingt gut. Die Penishaut kann fast spannungsfrei hinuntergezogen werden.

Anlage von zwei Durchtrittstellen für die Klitoris und die Urethra, mehrmalige Lageroptimierung. Durchzug und Annaht der Neoklitoris mit Monocryl 4/0 Fäden. Gutes kosmetisches Ergebnis. Neoklitoris zu jeder Zeit gut durchblutet.

Ebenfalls Durchzug der Urethra und Bildung eines Neomeatus. Kürzen der Urethra. Evertierende Einnaht mit ebenfalls Monocryl4/0. Dies gelingt gut.

Nun Modelage der Schamlippen, geringes kürzen der Schamlippen und Resektion von Fettgewebe. Anlage von zwei dünnlumigen Redondrainagen extravulnär ausgeleiten. Annaht.

Saubere Verhältnisse. Modelage des Mons pubis und der Schamlipen, dies gelingt gut. Nun Hautnaht mit Monocryl 4/0. Optimale Rekonstruktion. Seht gutes kosmetisches Äußeres.

Einlage des Platzhalters (12 cm). Dieser lässt sich leicht einführen, spannungsfrei. Saubere Verhältnisse. Anlage von zwei Nähten zur Platzhalterfixation. Dies gelingt problemlos.

Säubern des OP-Gebietes, Wundreinigung, spannungsfrei, geringes Ödem, nochmalige Abschlusskontrolle, fester Kompressionsverband, Urin klar, komplikationsfreies Ende. Tücher und Kompressen vollständig.

Frau X hat den Eingriff gut überstanden und wird zur Überwachung auf Intensivstation verlegt. Blutverlust ca. 600ml.

Procedere. 1. Verbandswechsel in Narkose in ca. 5 Tagen
2. Sonographische Kontrolle
3. Vorsichtige Mobilisation
4. Kosmetische Korrektur-OP in ca. 4-5 Monaten


Bericht 2 vom 7.10.04

Bei Frau X wurde vor 4 Tagen eine Geschlechtsangleichung durchgeführt. Der Eingriff verlief problemlos. Nun planmäßiger erster Verbandswechsel in Kurznarkose.

Steinschnittlagerung, Lösen des Verbandes. Saubere Verhältnisse. Leichtgradige Schamlippenasymmetrie. Keine größeren Hämatome, kein Abseß.
Entfernung der beiden Drainagen im Bereich der Schamlippen. Problemlos. Spülen der Blase, Urin klar.

Nun Kontrolle der Neoklitoris, durchblutet, leicht asymmetrisch bei Ödem.

Nun Kontrolle des Meatus bei liegendem transurethralen Katheter, Platzhalter gewechselt, Scheidentiefe ca. 14-15 cm, kein Hämatom, saubere Verhältnisse.

Reinigen des Wundgebietes, Jellin-Salbe in die Neovagina, Neueinlage nach Reinigung des elastischen Platzhalters. Lockerer Verband. Abstöpseln des transurethralen Katheters. Komplikationsloses Ende. Guter kosmetischer Aspekt.

Procedere: 1. Nächster Verbandswechsel in 2 Tagen, dann ohne Narkose
2. Bougierung durch die Patientin in ca. 4 Tagen
3. Kamillebäder und Duschen in ca. 6. Tagen


Autorin und Rückfragen an:

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