Was wäre wenn? Ein Text zum Nachdenken. Auch für Männer !von Kerstin Schnelle OP-Wünsche machen mir zu schaffen. Überlegt es euch bitte ganz ganz gut. Auch wenn viele behaupten es sei alles kein Problem und sie seien mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Leider haben meine langjährigen Erfahrungen gezeigt, dass solche Aussagen häufig ziemlich geschönt sind. Bei zwei Bekannten von mir hab ich es letztlich schmerzlich erfahren müssen. Nach der OP waren die beide schwer begeistert. Alles funktioniere bestens, die Nach-OP sei geplant und der erste Orgasmus sei auch schon "im Kasten". Naja, dachte so bei mir, so was macht doch wirklich Mut. Zwei Jahre später war ich dann baff überrascht, als eine der beiden schwer krank wurde. Zunächst hatten sich Verkapselungen in den Brüsten gebildet; dies ließ sich zunächst durch eine OP in der die Silikonkissen entfernt wurden, beheben. Danach verschlechterte sich Ihr Zustand plötzlich weiter. Ich habe sie täglich in der Klinik besucht und Trost zugesprochen. Sie gestand mir dass sie sich zwei Jahre lang selbst und andere belogen hatte. Es hatte nach der OP und auch nach der Korrektur-OP nichts mehr geklappt. Zwischen den Beinen befand sich ein optisch zwar ansehnliches und kosmetisch einwandfreies weibliches Genital, aber leider völlig ohne Gefühl. Tote Masse sozusagen. Mit dem Wasserlassen hatte es seit der OP überhaupt nicht mehr richtig geklappt. Häufig musste ein Katheter gelegt werden oder sie erlitt Qualen. Es tat ihr wirklich leid, dass sie viele TS zu einer OP geradezu ermutigt hatte und warnte mich eindringlich vor solch einem Eingriff. Aussage von Ihr: " TS ist nicht heilbar; schon gar nicht durch kosmetische Operationen; die Lösung liegt bei der TS selber und wie sie im Kopf damit umgeht. Das äußere Erscheinungsbild als Frau hielt sie für ok, der Rest sei überflüssig. Man würde immer TS bleiben, auch nach der OP und die Männer
würden eine TS auch mit Operation meist nicht akzeptieren."
Welcher Mann mag auch schon Frauen, die ständig Haare auf der Brust
oder den Beinen oder Armen haben und sich daher täglich rasieren
müssen. Sie war seit 7 oder 8 Jahren operiert und ich führte ihr Ansinnen zunächst nicht auf das Thema TS zurück. Es stellte sich schnell heraus, dass auch sie jahrelang unzufrieden mit dem OP Ergebnis war. Es hatte nichts funktioniert. Erzählt hat sie aber allen wie toll alles sei und wie sie reihenweise die Männer umlegen würde. Sie könne so nicht mehr leben und wolle sich umbringen. Das war nun überhaupt nicht mein Spezialgebiet, aber dennoch riet ich ihr was ich konnte, versuchte sie zu ermuntern und bat ihr jegliche Hilfe an. Sie wollte gern darauf zurückkommen. Nach Weihnachten erfuhr ich dann, dass sie sich umgebracht hatte. Auch dies war für mich ein wirklicher Tiefschlag. Eine Dritte Freundin ich noch. Sie lebt noch und hatte gleich nach der
OP zu verstehen gegeben, dass dies ihr größter Fehler gewesen
sei. Gefühlsempfinden = Null. Funktionalität beim Wasserlassen
= sehr schlecht. Entsprechende Klagen gegen die OP-Ärzte blieben
erfolglos. Auch nachdem festgestellt wurde, dass diese Trottel beim Vernähen
einfach einen Faden mitten durch die Harnröhre gepiekst hatten. Das
war nachgewiesener Pfusch, dessen Folgen sich später leider nicht
mehr beheben ließen. Auch diese Freundin riet mir dringend von einer
OP ab. offenbar nicht transsexuell genug, oder wird zum Teil als Teilzeittranse
betitelt. Also, lasst euch bitte alles noch einmal gut durch den Kopf gehen. Denk gut drüber nach - lasst euch nicht in einem Sog mitreißen, denn ich glaube dass ihr das nicht nötig habt. Man kann sich wirklich auch als TS an das Teil da unten gewöhnen. Über die Jahre wird es auch noch wesentlich einschrumpfen, so dass es sicherlich kein Problem mit enger Kleidung geben sollte. (Ich habe ja nicht einmal im Badeanzug Probleme). Aber das wichtigste ist: Dieses Teil hat Nervenbahnen, die noch intakt sind. Und Gefühle wirst Du damit auch noch in zwanzig Jahren erleben können. Pipi kannst Du damit auch im Sitzen machen und zwar so, dass nicht alles kreuz und quer in die Landschaft sprenkelt.
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