Testo selbst spritzen

 

 

Dieser Text soll niemanden zu Selbstversuchen aufmuntern, sondern jeder soll schauen, dass er sich von einem Experten (Arzt oder Krankenschwester) informieren lässt bevor er anfängt sich selbst Injektionen zu geben. Wir übernehmen auch keine Verantwortung für eventuelle Probleme oder Unfälle, die nach dem Lesen und Anwenden dieses Textes entstanden sind, und wir geben keine Garantie dass die unten stehende Informtaion korrekt ist.

Da trotzdem immer wieder Fragen aufkommen, geben wir hier eine kurze Anleitung zu der intramuskulären Injektion von Hormonpräparaten.

Vorgangsweise für die intramuskuläre Injektion von Hormonpräparate in Öl.

  1. Selbstversändlich soll man Kanülen und Spritzen nicht wiederverwenden (schon gar nicht die von anderen Menschen), sondern nur dann wenn sie direkt aus der intakten, sterilen Verpackung kommen.

  1. Du kannst entweder eine oder zwei Kanülen verwenden. Wenn eine für sowohl Spritze auffüllen als injizieren verwendet wird, dann sollte die Kanüle 0,8 bis 0,9 mm Durchmesser haben. Da die Öllösung in der Regel sehr zähflüssig ist, kann das Injizieren mit 0,8 mm-Kanüle sehr langam sein, und ich würde deshalb 0,9 mm empfehlen. Wenn man zwei Kanülen verwendet, kann man für das Auffüllen der Spritze eine 1,2 mm-Kanüle nehmen, weil die Spritze sich dann schneller füllen lässt. Da die Kanüle beim Auffüllen oft stumpf wird und so schwer durch die Haut geht, ist es auch aus diesem Grund sinnvoll, zwei Kanülen zu verwenden.
    1 ml mit einer 1 ml-Spritze zu injizieren ist schwer (wenn auch nicht unmöglich), deshalb empfiehlt es sich für diese Menge 2 ml-Spritzen zu verwenden. Sowohl Kanülen, als auch Spritzen sind sehr preiswert und problemlos in der Apotheke zu erhalten.

  2. Wärm die Ampulle in Deinen Händen eine Weile, um das Öl flüssiger zu machen.

  3. Zwar geht die Medizin immer mehr davon weg, aber es schadet nicht wenn man die Injektionsstelle vorher mit eine Desinfektionsflüssigkeit sauber macht.

  4. Die beste und sicherste Injektionsstelle ist das äussere, oberen Viertel vom Hinterbacken (oder anders gesagt "auf Hüftknochen-/Beckenkammhöhe um 4 (oder 8 wenn links) Uhr"), oder den oberen, äusseren Oberschenkelmuskel (etwa halbwegs zwischen Knie und Hüfte). Sie sind beide gut. Hauptsache man trifft auf wenigstens 5 cm Fett- und Muskelmasse, ohne Knochen, Nerven oder grössere Blutgefässe.

  5. Die richtige Stelle am Hinterbacken kannst Du so finden: Setze den Daumen der linken Hand auf die Aussenseite und den oberen Rand Deines Hüftknochens. Bewege dann den Zeigefinger im Bereich zwischen 4 und 8 Uhr. Überall dort ist es ok zu spritzen.

    Testosteron kann man in jeden großen Muskel spritzen, im allgemeinen wird vom Arzt der Gesäßmuskel gewählt.
    Einige haben auch mal in den Oberschenkel / Oberarm gespritzt, das hat dann aber tagelang weh getan, geht zwar, ist aber offensichtlich nicht zu empfehlen.
    Damit man mal sieht wohin man in einen durchschnittlichen deutschen Hintern stechen kann,
    hier ein Bild von einem solchen, rot markiert die Bereiche die zum Spritzen geeignet sind.


    Vergrösserung


  6. Wenn Du die Hormone aus einem Gefäss mit Gummistopfen ziehst: Zieh zuerst den Kolben zurück, so dass sich die Spritze mit Luft füllt. Die Luftmenge soll die Injektionsmenge + 1,3 ml sein. Drück dann die Kanüle von oben durch den Stopfen hinein, so dass die Spitze in der Luft ist, drück die Luft in der Spritze ins Gefäss hinein.
    Wenn Du die Hormone aus einer Glasampulle ziehst: Brich die Ampulle bei der Markierung auf, je nach Ampullentyp entweder mit der mitgelieferten Glassäge oder mit dem Daumen auf dem markierten Druckpunkt. Halte die Kanüle in die Ampulle ohne das die Spitze an den Glaswänden kratzt.




  7. Achte darauf dass die Kanülenspitze in dem Öl ist (nicht in der Luft, oder gegen die Glaswände), und saug die Flüssigkeit langsam auf. Nimm ein Bisschen mehr als was Du injizierien möchtest (im Falle dass Du 1ml-Glasampullen hast, wird dass wohl die ganze Menge sein). Vermutlich werden einige kleine Luftblasen in dem Öl zu sehen sein - das ist normal. (Wenn Du aus einem Gefäss mit Gummistopfen die Lösung holst, injizierst Du, mit der Spitze noch nach oben in der Lösung, d.h. dass Gefäss mit dem Boden nach oben, die überschiessende Menge, gesamt Luftblasen, vorsichtig zurück in das Gefäss.)



  8. Zieh die Kanüle heraus (mit der Spitze noch nach oben falls das Hormon in einem Gefäss mit Gummistopfen ist). Falls Du eine zweite Kanüle für die Injektion verwenden willst, wechselst Du jetzt. Versichere Dich dass die neue Kanüle gut auf der Spritze sitzt.
  9. Mit der Kanüle nach oben gerichtet, gib der Spritze leichte Schläge mit dem Finger und drück langsam die letzten Luftblasen hinaus. So wirst Du vermutlich ein bisschen von der Lösung verlieren, aber es ist wichtig die grösseren Luftblasen zu entfernen. Du musst Dir aber keine Sorgen um Luftblasen, die so klein sind dass man die kaum sieht, machen.
  10. Falls Du Dich bewegen musst bevor Du die Injektion machst, setz die Kanüle zurück in die Schutzhülle, so dass Du die Spritze zur Seite legen kannst. Einige bevorzugen zu stehen bei der Injektion (z.B. vor dem Spiegel, um zu kontrollieren, was man tut) andere liegen am liebsten auf dem Bauch. Jedenfalls sollte die der Muskel der Zielpartie entspannt sein. Wenn möglich lass jemanden, für den/die Du vertrauen hast, injizieren; so ist es viel einfacher.
  11. Nimm die Kanüle aus der Schutzhülle, nimm einen festen Griff um die Spritze (kein Finger auf dem Kolben), setz die Spitze gegen Deine Haut und drück die Kanüle, rechtwinklig zur Haut, hinein zu einer Tiefe von 2,5 - 3,5 cm. Ausser beim Einstich in die Haut sollte nicht viel Schmerz zu verspüren sein. Wenn die Kanüle einmal drin ist, versuch Dich still zu halten, so dass die Muskel sich nicht um die Kanüle bewegen.
  12. Wärend Du noch die Spritze aussenrum hälst, zieh den Kolben ein bisschen zurück, um sicher zu gehen dass Du kein bedeutendes Blutgefäss erwischt hast (Dieser Test nennt sich aspirieren). Wenn Du kein Blut siehst, dann injizierst Du ganz langsam die Öllösung. Wenn Du Blut siehst, dann ziehst Du die Kanüle wieder heraus und (eventuell nach austauschen der Kanüle) versuchst Du wieder ein paar Zentimeter entfernt vom ersten Einstichpunkt, oder auf der anderen Seite des Körpers.
  13. Zieh die Kanüle wieder heraus und setz sie in der Schutzhülle zurück. Entsorg die Kanüle, so dass kein Risiko besteht, dass sich jemanden später daran verletzt.
  14. Es ist normal, dass eine geringere Menge Öl und/oder Blut herausfliesst durch die Injektionswunde, da die Kanüle doch recht grob ist. Wenn Du ein sehr ordentlicher Typ bist, kannst Du ein Pflaster über den Einstichpunkt setzen, aber es ist nicht notwendig.

Diese Information ist basiert auf dem Hormone Therapy-FAQ bei http://savina.com/confluence/hormone/f2m/ (Seite scheint leider inzwischen verzogen zu sein) und für europäische Verhältnisse umgeschrieben und ergänzt

Fragen, die wir gehört haben:

Ich habe nach der letzten Injektion einen roten, wunden, heissen Fleck um die Einstichstelle. Warum?

Das klingt nach einer Entzündung. Wenn man die Haut verletzt, wie eben mit einer Kanüle kann es sein dass man Hautbakterien (zB Staphylokocken) unter die Haut bringt. Wenn diese nicht sofort von der Immunabwehr des Körpers entfernt werden, kann es sein dass sie eine Entzündung verursachen. Normalerweise verschwindet die wieder in ein paar Tagen, wenn nicht soll man einen Arzt aufsuchen und sich einen Antibiotikum verschreiben lassen. Da solche Infektionen sich sehr gefährlich entwickeln können (Sytemische Infektion/Blutvergiftung; was aber sehr selten passiert) soll man sich gut beobachten und wenn man mehr allgemeine Probleme (Fieber, Kopfweh,...) bekommt, soll man sofort einen Arzt/eine Notaufnahme aufsuchen.

Als ich letzens die Kanüle wieder rausgenommen habe, kam eine grosse Menge Blut herausgespritzt. Ist das Gefährlich?

Vermutlich war es wohl nicht soo viel, aber Blut sieht nun mal immer viel mehr aus als es ist. Man spritzt im Pobacken oder im Oberschenkelmuskel eben um zu vermeiden dass man grössere Blutgefässe (oder was anderes wichtiges) trifft. Trotzdem kann es sein, dass man die Kanüle durch ein mittelgrosses Blutgefäss sticht. Dann spritzt bei der Entfernung der Kanüle Blut heraus. Das ist nicht gefährlich, sondern heisst eher dass die Einstichwunde danach sauber ist. Man muss in der Regel nur kurz Druck auf dem Einstichpunkt halten, dann hört es schon auf zu bluten. WICHTIG ist aber, dass man nicht in einem Blutgefäss hineinspritzt, da erstens die Hormone so den Körper schnell wieder verlassen, zweitens die Leber unnötig strapaziert wird, deshalb soll man immer aspierieren, bevor man mit der Injektion anfängt.

Es tut nach der Injektion weh, aber es ist nicht rot oder heiss, was ist falsch?

Vorausgesetzt es wurde richtig gespritzt in der korrekten Stelle... es besteht immer eine Gefahr, dass man ein kleineres Blutgefäss verletzt mit der Kanüle. Dadurch entsteht dann eine kleine Blutung im Muskel und die kann schon ordentlich weh tun, ein interner blauen Fleck sozusagen. Sollte in 2-3 Tagen wieder in Ordnung sein. Wenn nicht, oder wenn der Schmerz so stark ist, dass man annehmen muss das beim Spritzen was falsch gelaufen ist - zum Arzt gehen!

 

Wie entsorge ich eine Spritze?


Spritzen und Nadeln können ganz einfach in den normalen Hausmüll geworfen werden.
ABER damit sich niemand versehentlich verletzen kann, sollte man eine ganz bestimmte
Vorgehensweise beachten.

Nadel mit Plastikhülle


Die Nadeln Bild werden in einer Plastikhülle geliefert, da kann man die Nadel nach Gebrauch wieder reinstecken.

 

Nadel in Plastikhülle


Leider kann die Nadel aus diese Plastikhülle rausfallen, etwa durch Schütteln oder Stöße.


Besser ist es die Nadeln nach Gebrauch in das oberere Ende des Kolbens zu stecken,

 

"Nadeln sichern"

dann den Kolben in die Spritze runterdrücken, damit werden die Nadeln fest eingeklemmt und können sich nicht mehr Ausversehen lösen und jemanden verletzen.


Dann kann das Ganze unbesorgt in den Hausmüll wandern.

Man kann auch seine Nadeln sammeln und diese von Hausarzt entsorgen lassen.


 


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