Carlos Hysterektomie

Gebärmutter und Eierstöcke - geschafft!

Von Carlo

Entscheidungsfindung

Ende 2002 war ich mir noch ganz sicher - diese Organe stören mich nicht, also können sie drin bleiben. Die Warnungen bezüglich der Möglichkeit, Eierstockkrebs zu bekommen, prallten an mir ab. Sterbe ich eben ein paar Jahre früher - na und!?

Als ich Anfang 2003 wegen der Brustkorrektur im Krankenhaus war, ergab sich ein längeres Gespräch mit der Gynäkologin. Sie erzählte, dass Krebs der Eierstöcke häufig sehr spät erkannt wird. Er ist für Vorsorgeuntersuchungen nicht zugängig. (Und mal ehrlich -wer von uns würde da hingehen?). Auch streut dieser Krebs häufig. Organe, die nicht mehr arbeiten, neigen eher dazu, entartete Zellen zu produzieren. Ich geriet doch etwas ins Grübeln und beschloss, meinen behandelnden Gynäkologen nach seiner Meinung zu fragen.

Dieser brachte mein Alter mit ins Spiel. Ich bin rein biologisch gesehen ja nicht mehr sehr weit vom Klimakterium entfernt. Die Eierstöcke stellen da sowieso ihre Funktion ziemlich ein und die Gefahr, Krebs an den Eierstöcken zu bekommen, steigt für Frauen nach dem Klimakterium auch. Also wäre das Risiko bei mir nicht viel größer als bei Frauen in meinem Alter. Diese Argumente hörte ich ganz gern, denn so erpicht war ich nicht auf eine weitere OP. Ich schob das Problem also erstmal wieder weit von mir weg.

Die Zeit nach der Brust - OP wurde für mich die bisher wunderbarste in meinem Leben. Überall lief es prima. Von Tag zu Tag machte mir das Leben mehr Spaß. Im Sommerurlaub begann dann so ein Teufelchen in meinem Ohr zu flüstern "Und das alles willst du womöglich aufs Spiel setzen?"

Nach den Ferien holte ich also eine "Entscheidungsmeinung" ein. Vorher informierte ich mich aber noch in Lehrbüchern und im Internet über Krebs der Eierstöcke. Das las sich alles nicht sehr erfreulich. Ich nahm also Kontakt zu einem Gynäkologen auf, zu dem ich großes Vertrauen bezüglich seines Wissens habe. Nachdem ich ihm meine Situation erklärt hatte, riet auch er mir zur Operation. Von diesem Augenblick bis zu meiner Entscheidung, die Operation machen zu lassen, verging nicht mehr viel Zeit.


Kostenübernahme

Für die Operation hatte ich mir dieses Mal eine Privatklinik ausgesucht ( www.mic-berlin.de). Dort werden ausschließlich minimal - invasive Operationen ("Schlüsselloch-OP") durchgeführt. Es werden auch Kassenpatienten behandelt. Meine Beihilfestelle erklärte auf telefonische Nachfrage, dass sie die Kosten für Operationen in dieser Klinik übernehmen.

Die Versicherung (Debeka) reagierte auf meinen Antrag auf Kostenübernahme mit der Bitte, einen ausführlichen, aktuellen Befundbericht über die Behandlung in den letzten 10 Monaten zuzusenden. Der behandelnde Arzt schrieb einen Vierzeiler ( regelmäßige Gabe von Testo mit gewünschtem Ergebnis - *grins*) und legte den Entlassungsbericht von der Mastektomie bei. Meinen Brief an die Versicherung könnt ihr im Anhang nachlesen. Zu meiner Freude hatte ich schon 9 Tage vor dem OP - Termin die Zusage der Versicherung, die Kosten zu übernehmen.


Operation

Die notwendigen Untersuchungen für die OP (Gynäkologe, Narkosearzt) wurden während einer Sprechstunde in der Klinik im Vorfeld durchgeführt. So brauchte ich am OP - Tag erst um 9:00 Uhr in der Klinik zu sein. Nach dem Aufnahmegespräch mit der Schwester konnte ich mein Einzelzimmer so richtig genießen - ich hatte genug Fachzeitschriften mit. Gegen 17:30 Uhr war ich dann dran. Die LMAA - Tabletten wirkten so langsam, dass ich vor dem OP - Saal mit den Schwestern, dem Operateur und dem Anästhesisten noch vernünftige Gespräche führen konnte.

Es wurde eine kombinierte Operation durchgeführt. Durch drei "Schlüssellöcher" in der Bauchdecke wurden die Kamera und die chirurgischen Geräte in den Bauchraum gebracht. Mir Blick auf den Bildschirm wurden alle Verbindungen, die Gebärmutter und Eierstöcke festhalten, gelöst. Entfernt werden die Organe dann durch die Scheide. Mit einigen Stichen wird der Scheidenstumpf verschlossen - fertig.

Der erste Blick auf die Uhr nach der OP gelang mir um 20:00 Uhr in meinem Zimmer. Mit Schmerzmittel, Pfefferminztee und Zwieback versorgt, verbrachte ich eine relativ ruhige Nacht - nur unterbrochen von 3 Gängen zur Toilette, die zum Glück zum Zimmer gehörte und auch im Halbschlaf allein zu erreichen war.

Die erste Visite am nächsten Tag war sehr erfreulich - unkomplizierte Operation, alles bestens, prima Fotos meiner entfernten Organe und wenn ich möchte, kann ich am nächsten Tag wieder nach Hause. Gewollt hätte ich schon, aber nachmittags fühlte ich mich krank. Dieses Gefühl verließ mich leider auch am nächsten Tag nicht. Einen Grund konnten wir aber nicht finden, so dass ich mich am dritten Tag nach der OP wieder nach Hause begab.


Nachwirkungen

Die Belastung ist durch die bei mir gewählte Operationsmethode war sehr gering. Ich hatte lediglich einige Zeit mit Kreuzschmerzen zu tun. Und das Wundsekret trieb mich fast zur Verzweiflung, aber nach 3 Wochen war auch das überstanden.

Viel schlimmer war, dass die Ursache meine Krankheitsgefühls ein Magen - Darm - Virus war. Am vierten Tag nach der OP kam ich von der Toilette nicht mehr runter und verlor jede Menge Flüssigkeiten. Aber Unkraut vergeht nicht. Nach zwei weiteren Tagen gehörte ich wieder zu den Lebenden. Mit Hilfe meiner Eltern, viel frischer Luft und regelmäßigem Essen fühlte ich mich 10 Tage nach OP und Virus wieder gesund.

Die körperliche Schwäche hielt aber wesentlich länger an. Auch 4 Wochen nach der OP bin ich nach längeren Ausflügen noch ganz schön geschafft.

 

 


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