Entfernung der Gebärmutter
Wann ist eine Gebärmutterentfernung notwendig?
- bei mehrjähriger Einnahme von Testosteron und die evtl. damit
zusammenhängenden Probleme wie Unterleibskrämpfe etc.
- ( erhöht zudem das Krebsrisiko enorm )
- bei angestrebter Personenstandsänderung bei FzM - TS Patienten
- gutartige Muskelgeschwülste (Myome), wenn örtliches Abtragen
nicht möglich ist und/ oder kein Kinderwunsch mehr besteht.
- Verdächtige Gewebsveränderungen der Gebärmutter
- Bösartige Erkrankungen und deren Vorstufen der Gebärmutter
- Starke, ständig wiederkehrende Blutungen, die anders nicht zum
Stillstand gebracht werden können.
Wie wird der Eingriff durchgeführt?
Der Eingriff wird in der Regel stationär im Krankenhaus in Allgemeinnarkose
oder auch in Regionalbetäubung ( Spinal-/ Periduralanästhesie)
durchgeführt.
Vor dem Eingriff Wird im allgemeinen der Darm am Vortag durch Gabe von
Abführmittel entleert. Selbiges gilt am Tag der Operation für
die Harnblase: Hier wird die Entleerung durch das Verlegen eines Blasenkatheters
vorgenommen ( Das findet schon unter Narkose statt ). Dieser bleibt einige
Stunden oder Tage nach der Operation liegen. Unter anderem entscheidet
das Ausmaß der körperlichen Verhältnisse ( z.B. Größe
der Gebärmutter ) über die Methode der Gebärmutterentfernung.
Vorgehen durch einen Bauchschnitt ( abdominale Hysterektomie )
Die Bauchhöhle wird meist durch einen Querschnitt im Scharmhaarbereich
( sog. "Bikinischnitt"), selten durch einen mittelständischen
Längsschnitt eröffnet. Auf diese Weise wird die Gebärmutter
freigelegt, vom umliegenden Gewebe ( z.B. Haltebändern, Blutgefäßen
etc.) und Organen ( z.B. Harnblase) gelöst und dann durch die Bauchöffnung
zusammen mit den Eierstöcken entfernt. Vor dem Verschluss des Schnittes
werden nach Bedarf noch dünne Kunststoffschläuche ( Drainagen)
in die Bauchhöhle und Scheide eingelegt, damit die Wundflüssigkeit
nach außen abfließen kann.
Vorteile:
-
Entfernung einer besonders großen Gebärmutter ( kommt
u. a. schon mal vor, wenn darin schon Kinder ausgetragen wurden )
-
Leichtere Erweiterung des Eingriffs z.B. auf die Eierstöcke
oder Lymphknoten der Beckenwand, falls erforderlich.
Vorgehen durch die Scheide ( vaginale Hysterektomie )
Der Gynäkologe führt durch die Scheide spezielle medizinische
Instrumente ein, öffnet die vordere und hintere Scheidenwand, löst
die Gebärmutter und die Eierstöcke dadurch wie oben beschrieben
vom umliegenden Gewebe und anderen Organen wie der der Harnblase ab und
entfernt diese anschließend durch die Scheide. In Einzelfällen
wird vorher ein Medikament in die Gebärmutter gespritzt, um stärkere
Blutungen zu vermeiden.
Vorteile:
- Keine sichtbaren Narben
- Geringere Schmerzen nach dem Eingriff
- Häufig schnellere Erholungsphasen
Bei Zufallsbefunden oder Störungen ( z.B. starke Blutungen, Verwachsungen
), die zum Zeitpunkt der Diagnosestellung nicht vorhersehbar waren, kann
es erforderlich sein, den geplanten Eingriff zu ändern:
z.B. der Umstieg von der vaginalen auf die abdomiale Hysterektomie. Die
Operation wird dann deshalb nicht noch einmal zwecks erneuter Aufklärung
unterbrochen.
Komplikationen
Kein ärztlicher Eingriff ist garantiert frei von Risiken!!! Trotz
größter Sorgfalt kann es während und nach diesem Eingriff
in Einzelfällen doch zu Störungen/ Komplikationen kommen. Die
meisten davon werden sofort erkannt und behoben.
während der Operation
- stärkere Blutungen ( kann in seltenen Fällen zur Bluttransfusion
gehen)
- Verletzungen benachbarter Organe
- Störungen der Blasenfunktion/ Darmtätigkeit
- Sehr selten: Druckschäden an Nerven und Weichteilen
- Sehr selten: Taubheitsgefühl, Hautschäden
nach der Operation
- häufig kurzzeitige Störung der Blasentätigkeit ( daher
Blasenkatheter )
- Nachblutungen
- Hautschwellungen, Druckempfindlichkeit
- Bauchschmerzen ( wie Regelschmerzen )
- Eher selten: Überempfindlichkeitsstörungen gegenüber
Medikamenten
- Infektionen/ Entzündungen im Bauchraum/ Unterleib
- Wundinfektion, verzögerte Wundheilung
- Abszessbildung, Fistelbildung
- Bildung von Blutgerinnseln ( Thrombose)
- Senkung der Scheide, Blase, Mastdarm evtl. mit Druckgefühl auf
entsprechende Organe
- Darmverschluss
- Verwachsungen
- selten Haut - und Weichteilschäden
Bleibende Folgen der Operation?
Nach der Entnahme der Gebärmutter ist eine Schwangerschaft oder
auch eine Monatsblutung definitiv nicht mehr möglich ( absolute Sterilität!).
Die Gebärmutterentfernung bewirkt KEINE Gewichtszunahme und hat in
der Regel auch keinen Einfluss auf das sexuelle Empfinden . Auch die Scheidentiefe
bleibt unberührt. Die Scheide muß dem Gesetzgeber nach für
die Personenstandsänderung NICHT verschlossen werden!
Werden bei dem Eingriff beide Eierstöcke mit entfernt fehlen dem
Körper die vom Körper selbst produzierten Sexualhormone in ausreichender
Menge. Es würde selbst bei jungen Patienten zu den typischen Wechseljahrproblemen
kommen: Hitzewallungen, vermehrten Schwitzen, Schwindel etc. .Im schlimmsten
Fall wäre Osteoporose , eine schlimme Knochen- und Knorpelerkrankung
mit Gelenkbeteiligung, die Folge dieser Mangelerscheinung. Durch die Einnahme
oder extern i.M. zugeführten Hormongaben ( in unserem Falle lebenslange
Testosteronsubstitution ) wird diesem Mangel entgegengewirkt.
Sind Nachuntersuchungen nötig?
Nachuntersuchungen sind vom Operationsergebnis und von dem evtl. Befund
abhängig. In der Regel sind hier keine Nachuntersuchungen mehr zu
erwarten.
Praktische Tipps
Unbedingt eng anliegende Unterhosen in ausreichender Anzahl ( evtl. die
alten Damenslips aus der staubigen Ecke kramen...) mit in das Krankenhaus
nehmen:
Binden halten in Herrenunterhosen oder in Boxershorts so schlecht!!!
Bringt Eure eigenen Binden mit. Binden wie z.B. "Always extra long"
bieten sich hier an. Die krankenhauseigenen Binden sind nicht wirklich
anzuraten. Auch einen Vorat Binden zuhause deponieren. Bei manchen dauern
die Blutungen länger an.
Nach dem Eingriff ist der Bauch druckempfindlich. Packt daher gemütliche
Hosen ( z.B. Jogginghosen ) ein!!
Krankenhausaufenthalt wird ca. 7 bis 10 Tage sein. Denkt an die ggf.
aufkommende Langeweile!
Was ist nach der OP wieder ab wann möglich? ( Anhaltswerte )
(Quelle: Medizin für jedermann, Prof. Dr. med R.Rothenberg)
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Duschen
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nach 1 Woche
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Baden
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nach 4 Wochen
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Wieder zur Arbeit gehen
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nach 6 Wochen
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Geschlechtsverkehr
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nach 8 Wochen
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Hausarbeit
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nach 6 Wochen
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Alle körperlichen Tätigkeiten
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nach 3 Monaten
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