Klitorispenoid aus Dachau

 

Metaidoioplastik in der Amperklinik Dachau, Nov. 2004 (Erfahrungsbericht Nr. 4)

(Photos zu diesem Bericht findet Ihr im Schutzbereich)

Tag vor der OP

Nach der Aufklärung über die Operations- und Narkoserisiken musste ich ab Nachmittag 3l Gesundbrunnen trinken, wirklich das widerlichste was ich in meinem Leben bisher getrunken habe.
OP-Tag
Gegen 11:00 ging es runter in den OP. Die OP verlief planmäßig und dauerte etwa 2 Stunden. Beim Aufwachen aus der Narkose wurde festgestellt, dass ich stark in die Redons blutete. Ich wurde sofort wieder in den OP geschoben und eine weitere Stunde operiert. Auszug aus dem OP-Bericht: "Postoperativ ist es zu einer Nachblutung im Bereich der Vaginalhöhle gekommen. [...] Es zeigte sich eine diffuse Blutung aus bestimmt 30, 40 verschiedenen kleineren Blutungen, daneben drei arterielle Blutungen,..." Um die Blutung zu stillen wurde ein Großteil der Nähte wieder eröffnet (u.a. auch die "weichteildeckenden Nähte" am Penoid) und anschließend wieder verschlossen.
Gegen 19:30 war ich wieder auf meinem Zimmer, das erste bewusste Erwachen war aber erst gegen 3:30. Ich bekam bis zum nächsten morgen Sauerstoff über eine Nasensonde.

Tag 1

Da der Blutverlust recht hoch war, wurde mehrfach der Hämoglobinwert bestimmt. Insgesamt sank dieser auf ein Minimum von 7,0 (ab 6,7 hätte ich eine Blutkonserve bekommen)
Abends sah Dr. Sch. nach mir und erklärte mir was vorgefallen war.

Tag 2

Um auszuschließen, dass sich Flüssigkeit im Bauchraum angesammelt hatte wurde eine Ultraschalluntersuchung gemacht, aber es war alles in Ordnung.
Da in die Redons kaum noch Blut transportierten wurden sie mobilisiert. Auf Grund des Blutverlusts bekam ich neben den üblichen Schmerzmitteln noch Eisentabletten verordnet.
Beim Verbandswechsel konnte ich einen ersten Blick riskieren. Die Schwellung, insbesondere der großen Labien war komplikationsbedingt sehr extrem. Das Penoid war breiter als lang.

Tag 3

Es gab wieder feste Nahrung und die Redons wurden gezogen, wodurch der Druck auf den operierten Bereich deutlich nachlies. Abends gab es die letzte Flasche Antibiotika, im Folgenden wurden diese oral verabreicht.

Tag 4

Das erste Aufstehen nach vier Tagen Bettruhe ging problemlos. Das Pflegepersonal war aber sehr darauf bedacht, dass ich es nicht übertreibe.

Tag 9

Zwischendurch passierte nicht viel, dann war Blasentraining angesagt. D.h. den Katheter abklemmen und erst öffnen wenn man das Gefühl hat, dass die Blase gefüllt ist.

Tag 10

Gegen 10 Uhr wurde der Katheter gezogen. Wie befohlen trank ich viel. Leider klappte es mit dem Urinieren nicht. Ich bekam Medikamente gegen Muskelspasmen, lief auf dem Gang herum, drehte den Wasserhahn auf... aber es half alles nichts.
Gegen 14 Uhr hielt ich es nicht mehr aus und lies die Ärztin rufen. Im Zimmer bekam ich einen Bauchdeckenkatheter, kurz Pufi (Pubische Fistel) gelegt

Tag 11

Die Blase sollte sich jetzt erst mal wieder erholen. Hinsichtlich meiner Sorge, ob jetzt die Harnröhre zuwachsen könne, beruhigte man mich, dass das nicht passieren könne.

Tag 13

Ich sollte erneut versuchen auf natürlichem Wege Wasser zu lassen, es funktionierte aber immer noch nicht. Gegen Abend bekam ich dann Krämpfe in der Blasenmuskulatur, woraufhin ich den Pufi wieder aufmachen sollte. Gegen 20 Uhr kontrollierten die Ärzte die Lage des Katheters per Ultraschall. Kurz vor 21 Uhr teilte man mir mit, dass für morgen eine große OP abgesagt wurde und Dr. Sch. daher Zeit hätte sich meine Harnröhre anzuschauen.

Tag 14

Die Untersuchung sollte eigentlich am späten Vormittag stattfinden, ich musste aber letztlich bis 16 Uhr warten. Der Eingriff war unangenehm, aber erträglich. Dr. Sch. bougierte zunächst die Harnröhre mit gebogenen Metallutensilien verschiedener Dicken. Da dies problemlos ging vermutete er einen Krampf des Blasenschließmuskels als Ursache des Problems. Um diesen zu lösen legte er mir erneut einen Harnröhrenkatheter.

Tag 16

Der Harnröhrenkatheter kam raus und endlich klappte es auch mit dem Wasserlassen. Der Strahl war zwar etwas dünn, da aber alles noch stark geschwollen war machte ich mir keine Sorgen. Ich hatte nun auch endgültig genug von Krankenhaus, also kam nachmittags auch der Pufi raus und ich durfte am nächsten Tag nach Hause gehen.
Nach der Entlassung
Bis Schwellungen und Blutergüsse abgebaut waren und das Penoid wieder eine einigermaßen normale Form angenommen hatte dauerte es bestimmt 8 Wochen.
Längeres Sitzen war etwa 4 Wochen nach der OP wieder halbwegs möglich.
6 Wochen nach der OP bekam ich wieder massive Probleme beim Wasserlassen, die so weit gingen, dass man mir wieder einen Bauchdeckenkatheter legen musste. Da es kurz vor Weihnachten war, mein Urologe ohne Zustimmung aus Dachau nichts machen wollte, und dort wegen des Klinikausbaus akutes Chaos herrschte, versuchte ich das Problem per Ferndiagnose in den Griff zu kriegen. Da die Harnröhre bei den Problemen die es noch im Krankenhaus gab so leicht zu bougieren war, einigten wir (Dr. Sch., mein Urologe und ich) uns darauf, dass ich weiter versuchen sollte auf natürlichem Wege Wasser zu lassen und den Restharn über den Pufi ablassen sollte. Darüber sollte ich ein Miktionsprotokoll führen und nach den Feiertagen eine Röntgendarstellung der Harnröhre machen lassen (Miktionszystourethrogramm). Diese musste ich dann auch noch um eine Woche verschieben, da eine Harnwegsinfektion dazwischen kam.
Die Untersuchung ergab eindeutig eine Stenose als Grund für die Probleme und ich bekam sehr kurzfristig einen OP-Termin in Dachau, 11 Wochen nach der ersten OP.

Beseitigung der Stenose hier.

 


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