Bericht von der Mastektomie bei Dr.Popp, Hamburg |
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Photos zu dieser OP sind im Schutzbereich zu finden. 13.08.2002 - Aufnahme im Krankenhaus Ich wurde in der Klinik aufgenommen. Zimmer 206 auf der Privatstation und das als Kassenpatient. Ich fühle mich heute zum ersten mal allein. Heute früh saß ich noch an meinem PC - alles war wie immer.
Lediglich meine Wohnung war ordentlicher als sonst. Meine Freundin holte
mich um halb acht ab. Wir redeten auf der Fahrt über ihren Job, über
meinen Job, als wenn Nichts wäre. Um 9 Uhr standen wir beide am Klinikempfang,
Das Einchecken' dauerte etwas, weil der Arzt und Operateur etwas
beschäftigt war. Erst um 11 Uhr bekam ich mein Zimmer. Irgendwie
erleichtert aufgenommen zu sein, mit dem Wissen, das die OP nun erfolgt,
andererseits doch sehr allein. Neun Monate habe ich für diesen Tag
mit der Krankenkasse gestritten und nun ist es soweit. Mein Blutdruck
ist gewohnt zu niedrig, aber mein Puls rast. Der Arzt hatte sich den Fall'
noch einmal angesehen und ist sich sicher, das Alles platt wird. Eine
Korrektur käme frühestens drei Monate später in Frage. Die Nacht war ruhig, ich hab gut geschlafen und war schon geduscht und
rasiert, als die Schwestern zum Betten machen kamen. Mein OP-Termin war
für 12 Uhr mittags terminiert. Bis dahin nichts essen, trinken und
die letzte Zigarette rauchte ich um 8 Uhr. Bis dahin hieß es nun
die Zeit vergehen zu lassen. Ich lag auf dem Bett und las, als die Tür
aufging, der Pfleger und ein Patient mein Zimmer betraten. Ich bekam einen
Bettnachbarn !!! Damit hatte ich nicht gerechnet und wie sollte ich mich
jetzt für die OP umziehen, ohne das dieser Mensch mitbekommt, das
er mit einem Mann mit weiblichen Körper auf einem Zimmer liegt. Ich
hatte keine Lust ihm zu erklären, was ich für eine Krankheit'
hatte. Mit Heruntergeklappten Unterkiefer bekam ich mit, das er Frank
heißt, er sich für den Älteren von uns beiden hielt und
eine Fistel am Darmausgang hat. Hatte er schon mal und er redete auf mein
immer noch geschocktes Gesicht ein, das ich mich wunderte, alles behalten
zu haben. Schließlich fragte er mich nach Alter und Krankheit. Spontan
erklärte ich ihm kurz, dass ich Geschwüre am Oberkörper
habe und sagte ihm meinen Namen und mein Alter. Da schaute er verdutzt
( ich denke mal er hat mich auf Anfang 20 geschätzt und mir die 33
Lenze nicht zugetraut. Er fand es lustig unser Zimmer als Geschwürenzimmer
zu bezeichnen. Kurz darauf kam Schwester Maria rein und nahm meinen Bettnachbarn
mit in die Ambulanz. Mir zwinkerte sie zu und ich kapierte sofort, das
dies meine Chance zum Anziehen meines OP-Gewandes war. Kurz darauf kam
mein Zimmerkollege wieder und vorbei war die Zeit des Grübelns und
Träumens. Ich wusste gar nicht, dass man so viel reden kann. Ich
hörte geduldig zu, das er ein Notfall ist und das die Klinik wegen
Umbauarbeiten knapp an freien Betten ist, sonst wäre er gestern schon
operiert worden. Und dann holten die Schwestern mich ab. Ich war so froh,
weil ich würde gleich richtig gut schlafen können. Frank war vor mir auf und als er merkte das ich auch wach war, redete
er gleich los. Sein OP ist gut verlaufen und und und. Ich bekam gar nicht
alles mit und war froh, dass er eine rauchen ging. Mir kam die eine Stunde
bis zum Frühstück sehr lang vor, denn ich hatte Hunger. Mein
Appetit war wieder da, ebenso mein Kreislauf. In diesem Krankenhaus kam
mir alles so anders vor. Man ließ uns bis kurz vor acht Uhr ungestört,
kein Fieber messen und all der Horror den man so hörte, fand statt.
Irgendwann gegen neun Uhr kam dann mein Arzt, um zu sehen, wie es mir
den so ging. Ich sah nur einen Verband um meinen Oberkörper und es
sah ein wenig so aus, als wenn ich abgebunden hätte. Darunter sollte
nun alles weg sein? Ich konnte es mir nicht wirklich vorstellen. Mein
Arzt war mit dem Operationsverlauf sehr zufrieden. Es gab keine Komplikationen
und er konnte mehr entfernen, als er es selbst gedacht hätte. Nun
ja, wenn er das glaubt. Er ist nun mal der Profi. Ich hatte keine andere
Wahl, als bis zur Verbandsabnahme zu warten. 16.08.2002 - Verbandsabnahme Nach einer unruhigen Nacht, welches die Hauptursache im Schnarchen von
Frank lag, hatte ich doch gleich eine gute Nachricht. Mein Zimmerkollege
darf das Krankenhaus verlassen. Frank war wirklich nett, aber die letzten
zwei Nächte waren der Horror. Wir gingen nach dem Frühstück
noch eine rauchen und danach hatte ich das Zimmer für mich. Um es
vorweg zu nehmen, es blieb bis zur meiner Entlassung so. Heute sollte
der Verband ab. Ein wenig Spannung war schon in mir. Da mein Arzt so unberechenbar
in seinen Besuchszeiten ist und wohl auch immer bleiben wird, wusste ich
nicht genau, wann es denn soweit sein wird. Die Spannung in mir, auf das
was unter dem Verband sein wird, war schon enorm. Zum frühen Nachmittag
erschien mein Arzt. Inzwischen hatte ich kapiert, das er alles alleine
macht. Sei es den Verband abzunehmen, als auch das er die Schläuche
ziehen wird, ebenso später die Fäden. Nachdem der Verband abgenommen
war, bat mich Dr. Popp mir das Resultat im Bad anzusehen. Es war überwältigend.
Der Oberkörper war flach, es waren sicher noch Schwellungen vorhanden,
rechts etwas stärker als links, aber es waren keine Blutergüsse
zu sehen. Kurz darauf verließ ein zufriedener Arzt mein Zimmer.
Die Schläuche sollten dann übermorgen gezogen werden. Ich war
allein, sah auf meinen Oberkörper, der ohne Verband durch das T-Shirt
keine Beulen bildete. Meine ganze Anspannung, Freude, Hoffnung und was
weiß ich nicht alles, löste sich wie eine Last von meiner Seele
in einen Schwall von Tränen. Ich konnte und wollte diese nicht zurückhalten.
Die Erleichterung war notwendig und ich hielt auch nicht inne, als meine
Freundin in das Zimmer kam, mich heulend auf dem Bett liegen sah und ich
nur sagte: " Ich freu mich so". Sie weinte mit mir mit. Am Abend wurde dann der Tropf entfernt und auch die Kanüle aus meiner Hand. Wieder etwas mehr Bewegungsfreiheit. Kurz danach bekam ich noch Besuch. 17.08.2002 - Ausgetrickst Es war Samstag. Nach dem Mittag kam meine Freundin mit einem Kumpel vorbei. Wir machten es uns bei herrlichsten Sonnenschein im Garten gemütlich und spielten Karten. Die Schläuche waren noch etwas hinderlich, aber ansonsten ging es mir prächtig. Erst zum Abendbrot gingen wir wieder auf die Station. Kurz nach dem essen, ich konnte noch nicht einmal eine rauchen, kam Dr. Popp zur Visite. Er ist nicht der große Redner und als er schweigend mein Zimmer verließ machte ich mich mit dem Gedanken vertraut, ein rauchen gehen zu können. Doch er kam wieder herein, bat mich, mich auf mein Bett zu legen und kaum das ich lag, war der erste Schlauch draußen. Ich war so überrascht, das ich keine Zeit hatte drüber nachzudenken, ob es nun weh getan hat oder nicht. Aber nun wusste ich, das der zweite auch noch raus kommt. Ich weiß nicht, ob man dann mehr verkrampft, jedenfalls empfand ich das Ziehen des Zweiten weitaus unangenehmer. Aber als ganzer Kerl verkneift man sich das jammern und erträgt es tapfer. Ich war nur froh, das die Schläuche und damit das unangenehmste der OP, weg waren. Gleich darauf kam die Schwester mit den 2,5 kg Sandsäcken, überlegte kurz, wie sie diese auf meiner schmalen Brust am besten platzierte und ließ den ersten Sack relativ unsanft auf meine Brust nieder. Mit Sicherheit war mein Schrei bis nach draußen zu hören, aber etwas sensibler hätte sie das wohl machen können. Vielleicht war ich auch nur vom Gewicht überrascht, wie auch immer. Für diese Tat erntete die Schwester einen relativ bösen Blick von mir. Der Anordnung des Arztes, zwei Stunden mit den Kissen liegen zu bleiben, kam ich logischer Weise nach. Denn ich wollte morgen die Klinik wieder verlassen und so kam es dann auch. Ich bin sehr Zufrieden mit dem Ergebnis, Dr. Popp hat sehr gute Arbeit geleistet und ich möchte mich an dieser Stelle dafür bedanken, ebenso bei der Klinik und den supernetten Schwestern und Pflegern. Im OP-Bericht ist aufgeführt, das rechts 316 g und links 298g Brustdrüsengewebe mit Fibrose entfernt wurde. In der noch anstehenden OP werden lt. Erläuterungen von Dr. Popp u.a. die Narben dünner und alles weitere wird man sehen, wenn die Abheilung fortgeschrittener ist.
Der Verfasser ist TransFamily bekannt, möchte aber hier
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