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Zunächst einmal gilt mein Dank der LAG NRW. Die Organisation
des Standes beim CSD hat sicherlich viel Kraft gekostet, verbunden mit
Stress und unvorhersehbaren Problemen. Meinerseits ein Lob an alle Mitwirkende.
Aus meiner Sicht erfolgte die gesamte Planung zeitlich korrekt, sodass
auch Sanne und ich aus Hamburg die Möglichkeit hatten, schon vorab
mit zu wirken. Die Erfahrungen daraus werden uns sicherlich helfen im
nächsten Jahr in Hamburg ähnliches auf die Beine zu stellen.
So war es uns vorab möglich, 300 Flyer zu erstellen und rechtzeitig
der LAG zu kommen zu lassen. Ebenso uns in der Anwesenheitsliste in einen
für uns möglichen Termin für den Samstag einzutragen, um
auch vor Ort zu informieren.

Sanne und ich fuhren mit unserem Ford Fiesta bereits am Freitag nach Neuss
zum Hotel Onkel' (sucht es nicht - das ist meins). Wir brauchten
eine Stunde, um überhaupt aus Hamburg raus zu kommen. Rush-Hour und
Ferienbeginn, kombiniert mit Baustellen am Hamburger Autobahn-Kreuz Süd
machten es möglich. Das war aber auch das einzig Nervende an diesem
Wochenende. Für Samstag hatten wir uns vorab Bahnkarten besorgt,
um zwischen Neuss und Köln die Bahn zu nutzen. Sehr sinnig, in anbetracht
unserer Stadtkenntnisse von Köln und dem zu erwartenden Verkehrchaos.
 
Wir kamen dann am Samstag 12:30 Uhr in Köln an und schlenderten zur
Standnummer 99 / Am Hof. Desi, Gerda und Claudia begrüßten
uns noch etwas verhalten, so richtig kannten wir einander ja noch nicht.
Wir stellten unseren Rucksack mit den 4,5 l Wasser ab ( wir haben diese
wieder mitgenommen, denn es wurde nicht sehr warm ) und sahen uns erst
einmal alles an. Wir orientierten uns nach Getränkequellen, denn
wenn man schon in Köln ist, muss auch mindestens ein Kölsch
getrunken werden. Wir checkten ebenso das Speisenangebot und die anderen
Informationsstände.

Zurück an den Stand sahen wir uns die Vorher-Nachher Bilder an, welche
etwas später tiefer gehängt wurden, damit die Passanten nicht
in Nackenstarre verfallen. Diese Bilder waren ein echt starker Magnet,
um auf unseren Stand aufmerksam zu machen. Die Resonanz auf diese Fotos
war von Erstaunen, Ungläubigkeit bis hin zum Respekt in den Gesichtern
der Passanten zu lesen. Manch weiblicher Betrachter bemerkten Unverständnis,
dass eine "so gut aussehende Frau" sich doch zum Negativen entwickelt
habe. Sicherlich aus lesbischer Sicht eine verständliche Reaktion,
zeigte aber auch die bestehende Unwissenheit. Wichtig empfand ich aber
auch, dass zu einigen Bildern die dazugehörigen Personen anwesend
waren. Ungläubige Blicke auf die Bilder und noch unfassbarer, wenn
die Person dann auch noch vor dem Betrachter stand. So manches Schmunzeln
ging uns dabei ab und unsere Aufgeschlossenheit und gute Laune konnte
manches mal auf die Interessierten über gehen.

Zu den Fotos lagen zahlreiche Flyer mit umfangreichen Informationen zur
Transsexualität aus, ebenso eine Unterschriftenliste "Antidiskriminierung
jetzt", in die sich zahlreich eingetragen wurde. Ich konnte einem
Arzt Informationen zu bestehenden Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland
aushändigen, welche er in seiner Praxis auslegen wollte.
h.b.k. aus Dresden und Claudia vom Stammtisch Oberhausen machten darauf
aufmerksam, dass Angaben (Kontakt/Homepage) auf den Flyern nicht ganz
aktuell sind. Es zeigte, dass Änderungen leider nicht zentral aktuell
gehalten werden (können ??)

Manchmal erschütterten mich Fragen, wie:
Wieso willst du eine Frau werden? ( ??? )
Musstest du dich schon immer rasieren?
Bist du ein Zwitter oder so?
Hast du dir Einen annähen lassen? ( die Frage habe ich als zu indiskret
zurück gewiesen - es wurde verstanden, glaub ich *grübel*)
Ich habe versucht mit besten Gewissen sachlich aufzuklären, und habe
auch Interessierte getroffen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit schon besser
informiert waren.
Da kamen auch Fragen wie:
Wie lange dauerte es denn, bis du fertig warst? Auf diese Frage habe ich
versucht die Problematiken an zu schneiden und auf einmal hörten
mehr als nur Einer zu.
Manchmal stieg in mir das Gefühl hoch, dass man uns als eine Art
Alien's sieht und das es, bis wir in der Gesellschaft als Normalität
gelten, noch ein weiter Weg sein wird. Da stand mein Entschluss endgültig
fest 2004 in Hamburg (mit) zu organisieren.
Der Bedarf an Aufklärung ist dringend.
  
Ab 16 Uhr wurde es immer voller, vor und hinter dem Stand.
Es ist schön gewesen, viele bekannte Gesichter wieder zu sehen, zu
knuddeln, zu lachen und sich einander persönlich zu unterhalten.
Ebenso neue Gesichter zu entdecken und endlich dem Nickname der Mailingliste
(Chat) ein Gesicht geben zu können.

Und es sollte noch voller werden. Klaus Wowereit besuchte den Stand der
LAG und ein kleines Filmteam, welches an einem Bericht über (mit)
transfamily arbeitet. Es war teilweise so voll, dass vor den Stand ausgewichen
werden musste und wenn sich dann auch noch ein Rettungsfahrzeug den Weg
durch die Menschenmenge bahnte, ging gar nichts mehr.
 
Nach 6,5 Stunden am Stand und Kölsch bzw. Bowle (weil Sanne trinkt
immer noch kein Bier) verabschiedeten wir uns von Allen, die wir (wieder)
am Stand getroffen hatten. Unsere Beine waren längst schwer und Schuhgröße
48. Auch wenn es noch so anstrengend gewesen ist, es ist es allemal wert.
Wir sind nur froh gewesen, dass es nicht so heiß war, wie vor zwei
Jahren, als ich in Motorradkluft ausharrte. Obwohl etwas wärmer hätte
es sein können, aber es war wenigstens trocken.
 
Der Zug brachte uns wieder nach Neuss, und am Sonntag ging es nach dem
Frühstück wieder zurück nach Hamburg. Im Gepäck eine
ganze Menge Erfahrung, Informationen und Eindrücke.
Gern wären wir auch am Sonntag bei gewesen, aber bis Hamburg sind
es ein paar Kilometer, welche preisgünstiger mit Auto sind und daher
auch anstrengend.
Unser Dank geht an die LAG NRW, die so toll organisiert hat und wir hoffen
auch weiterhin gut zusammen arbeiten zu können. Der Anfang ist gemacht
*zwinker*
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Die Organisation eines solchen Standes bedarf viel
Zeit und Zusammenarbeit.
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Flyer sollten den Aufdruck des Erstelldatums tragen.
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Der Stand sollte nicht nur besetzt sein, es kommt
besser, wenn eine Person steht, da so signalisiert wird, wir wollen
informieren.
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Vorher-Nachher Fotos sind richtig gut
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Spaß muss sein.
Liebe Grüße
Ben und Sanne aus Hamburg
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